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Im Gespräch mit Isabel Martínez-Cosentino Ramos von Cosentino

Im Gespräch mit Isabel Martínez-Cosentino Ramos von Cosentino

JANUAR 2026
·
9 Minuten
·

Isabel Martínez-Cosentino Ramos hat eine leitende Funktion bei Cosentino inne, einem weltweit führenden Anbieter für innovative Oberflächen in den Bereichen Architektur, Design und Inneneinrichtung. Mit ihrer auf Industrie, Innovation und Internationalisierung basierendene Vision war sie eine Schlüsselfigur bei der Integration von Design als strategischen Unternehmenspfeiler und bringt Projekte voran, die Produkte, Marken, Räume und Menschen miteinander verbinden. Ihr Werdegang spiegelt ihr anhaltendes Bestreben wider, Cosentino an die Spitze modernen Designs zu bringen, ohne dabei die Produktionsqualität und die realen Auswirkungen auf das Umfeld der Räumlichkeiten aus den Augen zu verlieren.

Isabel Martínez-Cosentino

In diesem Gespräch reflektiert Isabel über die Funktion von Design als Triebkraft für Differenzierung und als Wettbewerbsvorteil. Sie versteht Design nicht nur als einen Prozess mit einem ästhetischen Ergebnis, sondern auch als Instrument zur Schaffung von Mehrwert, zur Antizipation von Trends und um den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Im Laufe des Gesprächs erörtert sie, wie Innovation, Nachhaltigkeit und Technologie konkret in die DNA des Unternehmens integriert wurden. Sie spricht auch darüber, welche Rolle die Zusammenarbeit mit führenden Architekten und Designern spielt und wie wichtig es ist, Materialien von einer emotionalen, erfahrungsbezogenen und verantwortungsvollen Perspektive aus zu betrachten, um die Produktqualität zu verbessern und zum langfristigen Fortschritt der Branche beizutragen.

1. Wie versteht Cosentino die Rolle des Designs in der Branche? Sehen Sie Design als Treibkraft für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Markt?

Als Industrie- und Produktionsunternehmen stützt sich Cosentino von Beginn an auf mehrere abteilungsübergreifende Säulen: Engagement für und Investitionen in Innovation und F&E, Nachhaltigkeit und Design. Auch wenn das Design manchmal den Anschein hat, eine unspezifische und wenig verbreitete Disziplin zu sein, ist es doch in vielen Bereichen zu finden: Produktdesign, Industriedesign, Stadt- und Landschaftsdesign, Architekturdesign, Innenarchitektur uvm. In all diesen Bereichen spielen unsere Produkte eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund steht Design im Mittelpunkt unserer Strategie.

Angesichts des globalen Kontextes verstehen wir Design heute als entscheidendes Alleinstehungsmerkmal und Wettbewerbsfaktor. Design zu priorisieren ist nicht nur eine Frage der Ästhetik. Es erlaubt uns, einen wichtigen Mehrwert für unsere Kunden zu schaffen, unsere Marke zu stärken, wettbewerbsfähig zu sein und eine führende Branchenposition einzunehmen.

Unser Fokus auf Design ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern schafft Mehrwert für unsere Kunden, stärkt unsere Marke, macht uns wettbewerbsfähig und verleiht uns eine führende Marktposition.

Villa Panama in Barcelona

2. Wie bringt Cosentino die kreative Vision der Entwürfe mit der Realität und den Herausforderungen industrieller Produktion in Einklang?

Im unserem Fall würde ich sagen, das geschieht, indem wir Trends vorwegnehmen. Die Produktstrategie, mit der Cosentino seine Position als führender Anbieter innovativer Oberflächen gefestigt hat, beruht auf der Antizipation von Trends, konstanter Forschung und einer starken Innovationskultur.

Obwohl kreatives Design und industrielle oder Massenproduktion a priori nicht zusammenzupassen scheinen, ist jede Produktkategorie, jede Kollektion und jeder Farbton, den wir auf den Markt bringen, das Ergebnis eines intensiven Zuhör- und Trendanalyseprozesses, bei dem die Prämisse des Designs im Vordergrund steht.

Mit diesem strategischen Fokus setzen wir Innovation und Design in die Tat um, verwandeln jedes Detail in eine Geschäftsmöglichkeit und bekräftigen unsere Vorrreiterrolle innerhalb der Branche. Ein gutes Beispiel dafür ist unsere neue Marke Éclos. Dabei handelt es sich um eine neue Generation geschichteter Mineraloberflächen mit hoher Hitzebeständigkeit.

3. Wie integriert Cosentino Design in die strategische Entscheidungsfindung?

Was Produkte angeht, so spüren wir neue Trends auf und gestalten sie mit. Beim Designprozess arbeiten wir mit Kunden, (Innen-)Architekten, Designern und anderen Fachleuten zusammen, um relevante und wertvolle Portfolios zu erstellen. Darüber hinaus kreieren wir auch Anwendungen, z. B. für Badezimmer, wie Waschbecken und Duschwannen, sowie Fassaden und Außenanwendungen. Aber wie ich schon sagte, ist Design viel mehr, als Produkte ästhetisch aufzubereiten. Design verändert grundlegend, wie Unternehmen Mehrwert schaffen.

Es geht darum, Design in die DNA des Unternehmens einzubetten und es zu einem strategischen Vermögenswert zu machen, der es von anderen abhebt und die Markenidentität stärkt. Ein Beispiel dafür ist unser eigenes Internationalisierungsmodell: In unseren Showrooms, den sogenannten „Cosentino Citys“ und „Studios“ in großen Städten auf der ganzen Welt zeigen wir dieses Engagement für Design auf konkrete und visuelle Art.

„Design ist viel mehr, als Produkte ästhetisch aufzubereiten. Design verändert grundlegend, wie Unternehmen Mehrwert schaffen.“
Isabel Martínez-Cosentino im Gespräch

4. Cosentino hat sich mit Produkten wie Silestone oder Dekton den Ruf erarbeitet, immer einen Schritt voraus zu sein. Wie pflegen Sie diese Innovationskultur, die Sie in der Branche auszeichnet?

An diesem Punkt möchte ich eine weitere Variable hervorheben, die auf drei Ebenen von grundlegender Bedeutung ist. Und das sind die Menschen. Erstens, auf interner Ebene befinden sich unsere Teams und Mitarbeitenden, die für die Entwicklung, das Design und die Qualität sowohl unserer Produkte als auch unserer Prozesse verantwortlich sind, was ebenfalls grundlegend ist. Auf der zweiten Ebene stehen unsere Kunden, Projektpartner und Fachleute, mit denen wir ständig im Kontakt sind, zuhören und in Zusammenarbeit Lösungen und Projekte entwickeln. Und auf einer dritten Ebene kommen natürlich dann die Endnutzer. Das gesamte Design oder Projekt, egal ob es sich um ein Haus, ein Hotel oder ein Büro handelt, müssen darauf abzielen, Nutzererlebnis und Lebensqualität der Menschen zu verbessern, die sich dort aufhalten werden.

Ein designorientiertes Unternehmen zu sein, bedeutet daher, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und jede Idee und jede Lösung in eine inspirierende Erfahrung zu verwandeln. Bei Cosentino heißt das, Oberflächen zu schaffen, die verbinden, begeistern und einen echten Mehrwert bieten.

Villa Panama in Barcelona

5. Nachhaltigkeit ist eine Herausforderung für die gesamte Branche. Welche Fortschritte heben Sie in diesem Bereich hervor, wie engagiert sich Cosentino für die Umwelt?

Nachhaltigkeit ist einer unserer strategischen Pfeiler; in unserer Branche sind wir Vorreiter in den Bereichen Umweltmanagement, Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft. Unser Industriepark in Almeria illustriert dies beispielhaft: von der auf Eigenverbrauch und erneuerbaren Energien basierenden Stromversorgung bis hin zum verantwortungsvollen Wassermanagement. Darüber hinaus verfügen wir seit 2018 über eine eigene Abfallentsorgungsanlage, die es uns ermöglicht, unsere Abfälle immer mehr als Recyclingmaterialien wiederzuverwerten.

Es ist mir wichtig, klarzustellen, dass sich dieses Engagement für Nachhaltigkeit nicht nur intern bemerkbar macht, sondern in Form unserer Produkte auch Privathaushalte und öffentliche Räume erreicht. Dies ist der Fall bei der Hybriq+®-Technologie, mit der wir seit 2020 die Marke Silestone® erneuert haben. Dekton®, das zwischen 15 % und 85 % recycelte Rohstoffe aus dem eigenen Herstellungsprozess enthält, wurde im gesamten Produktlebensyzklus als klimaneutral zertifiziert. Auch das neue Produkt Éclos, das ohne kristalline Kieselsäure auskommt, besteht in einigen Farben zu fast 90 % aus recyceltem Material.

Kurz gesagt, unser Engagement für ein verantwortungsvolles Umweltmanagement in Verbindung mit Innovation kommt der Fachwelt und der Gesellschaft insofern zugute, als es zweckmäßige, langlebige und wahrhaft nachhaltige Produkte hervorbringt.

Industriepark Cosentino in Almeria

6. Sie haben mit großen Namen aus Design und Architektur zusammengearbeitet. Wie wichtig sind Ihnen diese Gemeinschaftsprojekte und wie beeinflusst der kreative Dialog die Materialentwicklung?

Es ein absolutes Privileg und ein Teil unseres Zuhör- und Lernprozesses, der sich später auf die Art und Weise auswirkt, wie wir gestalten und Innovationen hervorbringen. Dass weltbekannte Persönlichkeiten und Firmen aus Design und Architektur wie Daniel Libeskind, Lázaro Rosa-Violán, Antonio Citterio, Xavi Mañosa, Ron Arad, Tom Dixon und FormaFantasma auf unsere Produkte vertraut haben, bestätigt uns deren Qualität und Leistungsmerkmale.

Wenn Design unsere Erfahrungen mit Kunden und Fachleuten lenkt, bietet jedes Detail die Gelegenheit, zu überraschen, Vertrauen zu schaffen und echten Mehrwert zu bieten. So verwandeln wir Kreativität in ein Alleinstellungsmerkmal und bauen langfristige Beziehungen auf.
Tom Dixon mit Consentino

7. Was sind momentan die wichtigsten Trends in der (Innen-)Architektur und Innenarchitektur, und wie spiegeln sie sich in der (Produkt-)Strategie von Cosentino wider?

Es ist immer schwierig, sich auf einige wenige Leitlinien zu beschränken. Doch bei unserer Analyse und Antizipation sind wir auf einige Trends gestoßen, nach denen wir uns richten. Viele davon finden sich übrigens auch in „Shaping Tomorrow“, einem globalen Trendreport, den wir 2025 in der ganzen Welt vorgestellt haben. Ich denke, es ist wichtig, darüber nachzudenken, wie wir in Räumen und Städten leben wollen. Und davon hängt ab, wie Materialien, Design, Technologie und Nachhaltigkeit die Zukunft von Design und Architektur prägen werden.

In diesem Sinne sprechen wir von emotionalem und erlebnisorientiertem Design. Die Häuser, Hotels oder Geschäfte der Gegenwart und Zukunft bieten nicht nur funktionale Lösungen, sondern ermöglichen dank neuer Technologien auch ein umfassendes sensorisches Erlebnis. Es gibt auch einen klaren Trend zur Schaffung von Umgebungen, die soziale Interaktion, Komfort und Wohlbefinden fördern.

„Es gibt einen klaren Trend zur Schaffung von Umgebungen, die soziale Interaktion, Komfort und Wohlbefinden fördern.“

8. Neue Technologien verändern Materialien, Arbeitsprozesse und Nutzererlebnisse. Wie setzen Sie die Digitalisierung in den Fabriken, im Vertrieb und mit Kunden um?

Auch in diesem Bereich möchten wir Pioniere und Vorreiter sein, mit einer ganzheitlichen Vision, die zum Fortschritt unserer gesamten Liefer- und Produktionskette beiträgt. Dies spiegelt sich ebenfalls in unserem Industriepark wider, denn in unseren Fabriken und Logistikzentren setzen wir auf Automatisierung und Robotisierung. Außerdem verwenden wir intern seit Jahren die fortschrittlichsten technologischen Projektmanagementsysteme ein.

Doch die größten Fortschritte machen wir meiner Meinung nach in unserer Handelstätigkeit und in unseren Beziehungen zu Kunden und Fachleuten. So haben wir beispielsweise mit unserem „Smart Connect“-Projekt eine Ausweitung unserer Verkaufsstrategie vorgenommen: von B2B zu einer B2B2C. Wir rücken viel näher an die Endverbraucher heran, um sie bei ihren Projekten zu begleiten und ihnen unser Netzwerk an Mitarbeitern und Fachleuten yur Verfügung zu stellen.

Konkret passiert das über digitale Plattformen wie We Professional, eCosentino und C.Top Design und einer Aufteilung je nach Art der Fachleute (Küchenanbieter, Marmorverarbeiter, Architekten, Designer und Endverbraucher), die zusammen das Cosentino-Ökosystem bilden. Letztendlich glaube ich, dass die neuen Technologien als Werkzeuge verstanden werden müssen, die uns helfen, agiler und effizienter zu sein und letztendlich den bestmöglichen Service zu bieten. Denn guter Service machz auch heute noch den Unterschied.

9. Welche Veränderungen werden Ihrer Meinung nach die nächsten 10 Jahre der Design- und Materialbranche prägen? Und welche Rolle sollte Cosentino dabei spielen?

Unser Ziel bei Cosentino ist es, die Kreation und Weiterentwicklung unserer Produkte auf den Pfeilern der Zukunft unserer Branche aufzubauen: Nachhaltigkeit, Design und Innovation. Auf diese Weise planen wir, unsere Position als Marktführer für Oberflächen in der (Innen-)Architektur und dem Bauwesen zu etablieren.

Es handelt sich um die Kombination aus Unternehmensstrategie und einer langfristigen Vision, die darauf abzielt, wettbewerbsfähig zu sein und zum Fortschritt unserer Branche auf globaler Ebene beizutragen. Vor allem aber geht es uns darum, langlebige und schöne Produkte mit echtem Mehrwert zu kreieren, die unsere Umwelt und das Leben der Menschen verbessern.

Vor allem aber geht es uns darum, langlebige und schöne Produkte mit echtem Mehrwert zu kreieren, die unsere Umwelt und das Leben der Menschen verbessern.

10. Was bedeutet Design für Sie persönlich? Wie hat es Ihre Karriere und die Unternehmenskultur von Cosentino beeinflusst?

Design ist meine Leidenschaft, sowohl persönlich als auch bei meinem Einsatz und meiner Arbeit bei Cosentino. Ich hatte von Anfang an die Vision, dass uns Design, strategisch eingesetzt, einen Wettbewerbsvorteil bietet. So hatte ich über die Entwicklung von Produkten und Lösungen hinaus zum Beispiel das Privileg, an der Renovierung und Modernisierung unserer Lager, den sogenannten „Cosentino Centern“, mitzuwirken und anschließend seit 2013 das Konzept und die Planung für die Schaffung und Erweiterung unserer Ausstellungsräume oder „Cities“ in Angriff zu nehmen.

Diese Leidenschaft durfte ich dann viele Jahre lang als Leiterin der Cosentino City in Barcelona in die Praxis umsetzen, wo wir meiner Meinung nach Pionierarbeit geleistet und dazu beigetragen haben, Netzwerke zu knüpfen und die Welten Design, Architektur, Kultur und Kunst zu vereinen und eine Community aufzubauen.

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